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ZUM BUCH: Die Mehrheit der Haider-Fans ist durch drei populistische Vorderbühnen-Inszenierungen fasziniert, welche Haiders stabile rechtsextreme Identifizierung verdecken. An die Robin- Hood-Figur werden die Racheimpulse der kleinen Leute delegiert, welche sich gegen ihre Ausbeutung und Unterordnung im Alltag nicht wehren. Der attraktive und sportliche Neo-Macho verspricht wieder klare Männer- und Frauenrollen, lädt zur Verachtung des Schwachen ein und fördert bei Männern wie Frauen eine schwärmerische Verliebtheit in einen Führer, bei der die kritischen Instanzen auf der Strecke bleiben. Ein Bierzelt- und Pseudosozialist, den man duzen kann, spiegelt Arbeitern und Angestellten die Überwindung der Klassengesellschaft vor. Dahinter steht aber - vernebelt durch die Taktik des »folgenlosen Dementis« und der Lüge - eine verfolgungsbereite rechtsextreme Haider-Figur, die ihre Identität und ihren Auftrag von der »Kriegsgeneration« bezieht. Zusammen mit der »Kriegsgeneration« sollen auch Alt-Nazis und Waffen-SS rehabilitiert und von Schuld freigesprochen werden. Die Kehrseite der von Haider angebotenen Pseudo-Gemeinschaft ist die Verfolgung von Außenseitern. Das sind die »Sozialschmarotzer«, auf die der Neid der Arbeitenden umgelenkt wird. Das sind die Ausländer, insbesondere Afrikaner, auf welche Gier, Egoismus und Mordimpulse projiziert werden. Und das sind schließlich die Künstler und Haider-Gegner, für welche ein großes Tintenfass mit der Aufschrift »Kinderschänder« und »Kinderschänder-Verharmloser« bereitgestellt wurde. Mit diesem »Missbrauch des Missbrauchs« versucht die Haider-FPÖ vom Verführungscharakter der eigenen Politik abzulenken. |