8.14 SCHLUSS

 

Abschließend und zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich bei meiner Arbeit um eine Sichtung, Ordnung und Präsentation des vorhandene und soziologisch relevanten Materials über den ÖCV handelt. Wenn auch die Beobachtung und Deskription gewisser Bereiche einiges zur Klärung des sozialen Systems des CV und der in diesem System ablaufenden Prozesse beitrug, muss doch gesagt werden, dass der Titel meiner Diplomarbeit besser "Erste Ansätze zu einer Darstellung und Analyse des österreichischen Cartellverbandes" lauten sollte. Ausgehend von einer Beschreibung der Außenstruktur des Verbandes (im 8. Kapitel fortgesetzt) und ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung, wurde ein historischer Überblick gegeben, sowie mögliche Ansätze zu einer  Geschichtstheorie aufgezeigt.

Das offizielle und kodifizierte Wertsystem des CV war Gegenstand des 4.  Kapitels. Die institutionalisierte Rahmenordnung der Organisation, die  Funktionen in ihr, die Normen, Vollmachten und wichtigen Aspekte der Kommunikation im CV wurden ebenfalls beschrieben.

Als Kern dieser Arbeit können die Beobachtungen über den Sozialisationsprozess im CV angesehen werden.

Neben einer kurzen Inhaltsanalyse von Couleurnamen versuchte ich im 7. Kapitel einen anderen Bereich des lebenslangen Erziehungsprozesses, der gleichzeitig für die Selbst-Präsentation der Verbindungen sehr bedeutsam ist, einen Kommers zu protokollieren. Genauere Untersuchungen über Verbindungs- und Verbandsveranstaltungen scheinen mir notwendig. (Inhaltsanalyse der Reden usw.) Auch hier leidet meine Arbeit unter der nichtvorhandenen Möglichkeit. Vergleiche zu anderen Akademikerorganisationen ziehen zu können.

Die Ergebnisse einer schriftlichen Meinungsbefragung, die im Jänner 1970 durchgeführt wurde und einige Konsequenzen, die sich damit für die Innen- und Außenstruktur ergeben, sind im Anhang A enthalten. Diese Ergebnisse zeigen die Richtungen, in denen sich der soziale Wandel im ÖCV in den letzten Jahren abgespielt hat bzw. sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich abspielen wird. Auch die im Anhang B zusammengestellten Tabellen aus der verbandsoffiziellen CV-Statistik geben einen kleinen Einblick in die CV-internen Wandlungsprozesse.

Es ist zu hoffen, dass diese Arbeit nicht nur einen kleinen Beitrag zur  Beseitigung der Stereotype in und über diesen großen, gesamtgesellschaftlich bedeutsamen, katholischen Akademikerverband leistet, sondern auch manche Antwort auf eine der großen Fragen der Soziologie gibt, die da lautet: Welcherart sind die Männer, die in dieser Gesellschaft und Periode vorherrschen, in welcher  Weise werden sie ausgewählt, geformt, befreit und unterdrückt, unempfindsam oder abgestumpft.(1)

 


 

1. siehe C.W. Mills: Kritik der soziologischen Denkweise,  Neuwied am Rhein, 1963, S. 43.

Der Männerbund ÖCV

Gestaltung und Bearbeitung by Petra Hafner &
Daniela Czell

Video im real player format auf http://kanalb.de/index.php
.
siehe auch:
deportation-class.com

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