Gottscheer Pfarren und Kirchen
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Mit dem Beginn der deutschen Besiedlung im Raum Mooswald um 1330 hatten die ersten Siedler, die aus den damals streng katholischen Ländern kamen, auch das Bedürfnis zur Errichtung einer Seelsorgestation im Siedlungsgebiet. So erbauten die Siedler von Mooswald / Gottschee mit Unterstützung des Grundherrn Graf Otto von Ortenburg eine hölzerne Kirche, die dem hl. Bartholomäus geweiht wurde. Unter dem Patriarchat von Aquileja genehmigte Patriarch Bertrand von Aquileja die Anstellung eines Lokalkaplans an der Bartholomäuskapelle in der Ansiedlung von Mooswald mit der Urkunde, datiert Udine, 1. September 1339 und gerichtet an den Grafen Otto von Ortenburg. Die Bartholomäuskapelle in der Gegend von Mooswald ist demnach die erste geschichtlich beglaubigte Seelsorgestation auf Gottscheer Boden.
![]() Stadtpfarrkirche Gottschee Mit der Besiedlung des gesamten Gottscheer Landes erfolgte auch die Gründung neuer Seelsorgestationen. Bis zum Jahre 1363 zählte man schon sieben: Gottschee, Kostei, Ossiunitz, Mösel, Altlag, Nesseltal und Rieg. (Die Kirchen in Altkirchen = Mitterdorf, Göttenitz und Pöllan standen bei der Ankunft der Einwanderer schon). Folgende Lokalkaplaneien wurden im 15. und 16. Jahrhundert zu selbständigen Pfarren erhoben:
Gottschee hatte schon im Jahre 1393 seine selbständige Pfarre, der jeweilige Pfarrer des damaligen Marktes und nachherigen Stadt, wurde gleichzeitig Hauptpfarrer im Ländchen. Erst nach Errichtung einer Lateinschule in Reifnitz begann die Zeit, in der die Seelsorgestationen mit Gottscheer Priestern besetzt wurden. Die Söhne vieler Gottscheer Familien erhielten ihre Mittelschulausbildung an der kirchlichen Lateinschule und studierten dann Theologie in Aquileja, Udine oder Cividale. Nach Empfang der Priesterweihe wurden sie bald in der Heimat als Priester eingesetzt. Die ersten Priester aus dem Gottscheer Lande waren Christian Achatz, Balthasar Renner und Leonhard Grober, die die Priesterweihe 1495 empfangen haben, weiters Michael Waller 1497 und Paul Kaspar 1499, alle aus der Stadt Gottschee, sowie Matthias Staudacher 1496 und Nikolaus Speck 1497, beide aus Rieg. Im Jahre 1787 wurden die Archidiakonate abgeschafft und die Dekanate eingeführt. Am 8. März 1787 wurde die Pfarre Gottschee zum Dekanate erhoben und ihm alle Gottscheer Pfarren unterstellt. Folgende Lokalkaplaneien wurden in Folge zu Pfarren erhoben:
Die Gottscheer Pfarren gehörten seit dem Jahre 1787 zur Diözese Laibach. Bis zum Jahre 1751 unterstanden sie dem Patriarchate Aquileja. In der Zwischenzeit von 1757 bis 1787 waren sie in der Diözese Görz einbezogen. Wie der Verwaltungsbezirk Gottschee sich nicht mit dem Gottscheer Volksboden deckte, so war es auch mit der Zusammensetzung der Pfarrsprengel. Das Dekanat Gottschee hatte unter sich die Pfarren Gottschee, Altlag, Banja Loka, Ebental, Fara, Göttenitz, Mitterdorf, Mösel, Expositur Oberskrill, Morobitz, Nesseltal, Osilnica (Ossiunitz), Rieg, Unterdeutschau, Unterlag und die ursprünglich zum Dekanate Seisenberg gehörige Pfarrgemeinde Unterwarmberg , von denen die schräg gedruckten Orte slowenische Pfarrgemeinden darstellen. In das Dekanat Rudolfswerth (Novo Mesto) fallen die Gottscheer Pfarrgemeinden Tschermoschnitz und Pöllandl. Zu Reifnitz (Ribnica) gehörten Masern und Suchen. Dem Dekanat von Semitsch (Semic) war Stockendorf zugeteilt. Das ergab mit der Expositur Oberskrill 118 deutsche Pfarrgemeinden. Auch nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918, ist trotz des Slawisierungsbestrebens des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS) die Kirche im Gottscheer Lande ungeschmälert die Vermittlerin und Trägerin der hochdeutschen Schriftsprache geblieben. Die bestehenden 18 Pfarrgemeinden waren zumeist mit in Gottschee geborenen Geistlichen besetzt. Vereinzelt in den Pfarren an der Grenze der Sprachinsel, amtierten slowenische Pfarrer (Ebental, Unterdeutschau, Pöllandl und Unterlag), die sich bemühten, mit der deutschen Bevölkerung in gutem Einvernehmen zu leben. Die Pfarre Suchen war schon um die Jahrhundertwende an einen slowenischen Priester gefallen. Der Gottscheer hat des Hochdeutsche, in der Predigt zur Erscheinung gebracht, als etwas ihn vom Alltage löslösendes, als Ernsteres, Weihevolleres empfunden. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurde Gottscheer Kulturgut mutwillig zerstört. So sind von den oben angeführten Pfarrkirchen mehr als die Hälfte der Spitzhacke zum Opfer gefallen:
Unversehrt blieben nur:
Die Pfarrkirche in Unterlag wurde vom Gottscheer Verein Peter Kosler vor dem Verfall gerettet. Um den Erhalt der Pfarrkirche in Stockendorf bemüht sich der Gottscheer Altsiedlerverein in Krapflern. |