Gottscheer Landesteile

Die Walden

 

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Gottschee Karte Karte der Gottscheer Walden
 

WaIden kommt von Wald, der hier im Landschaftsbild vorherrscht. Der Hornwald, der sich zu bedeutender Höhe erhebt, ist wie seine Ausläufer häufig mit undurchdringlichen Forsten bedeckt. Die Urbarmachung dieses Gebietes vollzog sich nicht so schnell wie im Haupttal und im Hinterland. Nur langsam konnten die Ansiedler in dieser Wildnis vordringen. Die Eroberung des Waldes erforderte viel Kraft, Geduld und Ausdauer, denn die Schaffung von Kulturboden schritt nur langsam vorwärts.

Auf diese Weise wurden die Orte Tiefental, Kletsch und Ebental in verschiedenen Zeiträumen gegründet.
Schon früher waren Altlag, Winklern und Neulag aufgebaut. Nach alten Aufzeichnungen gehörten diese Orte ursprünglich zur Hauptpfarre Gottschee, sie bewarben sich aber schon um eine eigene Seelsorgerstelle in Altlag.
Die Gründung der Ortschaft Langenton fällt erst in das Jahr 1605. Die Pfandinhaberin Elisabeth von Blagay übergab einzelnen Bewohnern von Altlag und Umgebung ein größeres Waldgebiet und gestattete ihnen daraus ein Gereut zu machen. Graf Franz von Blagay, der im Jahre 1558 Inhaber der Herrschaft Gottschee war, hat sich große Verdienste um die Kolonisierung der WaIden erworben. Zahlreiche Ortschaften ließ er auf der Hochfläche längs des Hornwaldes anlegen. Es wurden 25 neue Dörfer gegründet und dabei 38 Huben neu geschaffen.

Die Ansiedler bauten ihre Häuschen auf windgeschützten, sonnigem Gelände. So entstand auch Altlag in einer Mulde. Bei der Gewinnung von Äckern war es nicht möglich, dem Kalkstein, der überall hervortrat, auszuweichen. Auf dem steinigen Boden mußte in diesem Gebiet jahrhundertelang gearbeitet werden, um größere Anbauflächen zu gewinnen.

In dem nach Süden und Osten offenen Kulturland begann die Bevölkerung auch mit der Obstbaumzucht. Auch die Weinrebe pflanzte man auf günstigen, den ganzen Tag der Sonne ausgesetzten, sanft ansteigenden Abhängen. Die Waldner lieferten schon frühzeitig dem Haupttal Obst: "Kirschen, Äpfel, Zwetschken und PfIrsiche".

Am steinigen Boden um Altlag gab es in manchen Jahren keinen guten Ernteertrag, die Bewohner waren daher auf einen Nebenverdienst angewiesen. Im Winter wurden aus den vielen leicht zu beschaffenden Holzsorten verschiedene Verkaufsartikel hergestellt, wie z.B.: Schaffel, Schaufeln, kleine Holzfäßchen (Putscharle), Rechen, Siebe, usw. Überall im Lande traf man Waldner an, die ihre Holzwaren feilboten.

Der Mensch benötigt zur Erhaltung seiner Gesundheit frisches und reines Wasser. Die Altlager mußten dieses entbehren, da weder im Ort noch in der weiten Umgebung sich ein Brunnen oder eine Quelle befand. Man legte daher schon frühzeitig Zisternen an, in denen das Regenwasser gesammelt und als Trinkwasser verwendet wurde. Wenn aber in den Sommermonaten bei anhaltender Dürre auch dieses Wasser zu Ende ging, mußte es weit her mit Fässern zugeführt werden.

Das Dorfbild von Altlag wurde verschönert durch mehrere einstöckige Häuser und durch die Kirche, der Hl. Margarethe geweiht, die einen sehenswerten Marienaltar besaß. Die Kirche wurde 1943 in Brand gesteckt. Nach dem Krieg diente sie als Lagerraum.

Im Jahre 1955 wurde sie abgerissen. Eine Zierde des größten Dorfes in Gottschee war auch die hundertjährige Linde.

1933 wurden die Gemeinden

  • Altlag
  • Ebenthal
  • Langenton und
  • Malgern
zur Großgemeinde Altlag zusammengeschlossen.

Die WaIden zerfiel in drei Pfarrsprengel: Altlag, Ebental und Warmberg.

 

 

 

 

 

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