Heimat Gottschee

8. ... und die verlorene Heimat ?

 

8. Und die verlorene Heimat ? Nach der Befreiung baute man ein groß dimensioniertes Idealmodell sozialistischer Landwirtschaft, wobei Neuansiedlung nicht erlaubt war. Es ist nicht alles gelungen, denn der Karst verbietet großflächige Planung.

Saisonarbeiter, die mehr von Versprechungen und Erwartungen als vom Ertrag ihrer eigenen Arbeit lebten, trugen zur Bevölkerungsfluktuation bei, man baute die Stadt auf, aber das Land blieb tot und verfiel: Hausruinen lieferten das Baumaterial für Jagdhütten, an dem Feuer aus so manchem hölzernen Bildstock wärmten sich Arbeiter auf, und die große Veränderung trat ein, die man erst viele Jahre später bemerkte - der Wald drang unaufhaltsam vor, er hat heute bereits ein Drittel der gesamten Fläche des Ländchens zurückerobert. 600 Jahre lebten Gottscheer in diesem Land, die heutige Bevölkerung hat mit ihnen nichts mehr gemeinsam. Nur manche Alte, die in der Abgeschiedenheit auf ihr Ende warten, erinnern sich vielleicht noch ihrer.

Der kleine Mann ist zwar niemals schuldig, erfährt aber die Folgen der geänderten Verhältnisse stets unmittelbar. . .

 

 

 

 

 

 

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