57. Gottscheer Volksfest in New York

Sonntag, 1. Juni 2003

 

 

Bericht aus Gottscheer Zeitung 7/2003

Wie jedes Jahr am ersten Sonntag im Juni hat die Gottscheer Relief Assoc. New York auch heuer wieder am 1. Juni das große Volksfest in Franklin Square abgehalten. Trotz des regnerischen Frühlingstages waren viele Landsleute und Freunde zur heimatlichen Begegnung gekommen. Der starke Regen konnte den Feierlichkeiten keinen Abbruch tun. Über 700 Gottscheer und Freunde haben das Fest - mit dem Regenschirm in der Hand - besucht. Die Norbert-Ludwig-Kapelle spielte auf und begeisterte die Volksfestteilnehmer.

Der eigentliche Festakt fand danach am Nachmittag statt. Zum Auftakt sang Sonja Parthe die amerikanische Nationalhymne und das Gottscheer Heimatlied, eine ergreifende Szene. Jeder fühlte sich im wahrsten Sinne des Wortes "zu Hause". Festleiter Joe Morscher begrüßte die Erschienenen und stellte die Präsidenten und Vertreter der Gottscheer Vereinigungen vor. Sodann begrüßte der neue Präsident des Gottscheer Hilfswerkes New York, William Osanitsch, die Landsleute. Er dankte allen Besuchern, die durch ihr Kommen die Treue zur Gemeinschaft bekundeten, was besonders im Hinblick auf das schlechte Wetter Bedeutung hatte. Präs. Osanitsch lobte den Zusammenhalt der Landsleute.

Im Mittelpunkt des Volksfestes stand auch der ehemalige Präsident des Hilfswerkes, Präs. Ernst Eppich. Er wurde von seinem Nachfolger besonders gewürdigt. Ihm wurde für seine hervorragende Arbeit für die Gottscheer, aber auch für das Volksfest herzlichst gedankt. Im Namen der Direktoren des Gottscheer Hilfswerkes überreichte Präs. Osanitsch Ernst Eppich eine Ehrenurkunde, womit die Verdienste von Präs. Ernst Eppich eine besondere Würdigung erfuhren. Die Ehrenurkunde hat folgenden Inhalt: "Unser Landsmann Ernst Eppich hat dem Gottscheer Hilfswerk von New York 41 Jahre als Mitglied des Vorstandes gedient, davon 37 Jahre als Präsident. Seine hervorragende und uneigennützige Arbeit für die Belange des Gottscheer Hilfswerkes war von größter Bedeutung für den Erhalt der Gottscheer Gemeinschaft und des Gottscheer Volkstums in New York und weltweit. Der Vorstand und die Mitglieder des Hilfswerkes wollen Ernst Eppich für seine Hingabe und Treue danken und in Anerkennung seiner hohen Verdienste um das Gottscheertum mit dieser Ehrung würdigen. Das Direktorium des Gottscheer Hilfswerkes hat daher am 4. April 2003 einstimmig be- schlossen, den Titel Ehrenpräsident an Ernst Eppich zu verleihen."

Ergriffen dankte Präs. Eppich für die Ehrung. Er ist als Gottscheer immer für das Gottscheertum eingetreten. Eppich bedankte sich auch bei allen seinen Mitarbeitern, die ihm während seiner Amtsperiode zur Seite standen und halfen. Echte Gottscheer Zusammenarbeit. Er dankte auch allen, die ihm zu seiner Ehrung Glückwünsche übermittelt haben.

Sodann stellte Festleiter Ioe Morscher einige Ehrengäste vor, die das Fest besucht haben und auch kurze Worte an die Besucher richteten. So übermittelte Präs. Joseph Sieder von E.Ö.U.V. Cleveland herzliche Grüße und Wünsche mit der Bitte, weiterhin zusammenzu- halten. Gleichzeitig sprach er die Einladung zum Besuch des Nordamerikanischen Treffens aus, das vom 31. August bis 1. September in Cleveland stattfindet. Gottscheer sollen und müssen zusammenhalten. Der Präsident des Platt- deutschen Vereins, Edmund Heinsohn, begrüßte ebenso die Gottscheer und drückte die Verbundenheit seines Vereines mit den Gottscheern aus.

Der Vorsitzende des Komitees "Steubenparade", William Hetzler, richtete ebenfalls herzliche Grußworte an die Teilnehmer, mit dem Dank, daß die Gottscheer Landsleute die Steubenparade mit ihrer Teilnahme immer wieder auszeichnet. Diese Worte sind umso gewichtiger und wurden mit Dankbarkeit aufgenommen. Auch das Mitglied des Obersten Gerichtshofes des Bundesstaates New York, Frau Ute Lally, richtete Worte an die versammelten Besucher des Volksfestes. Frau Ute Lally ist Deutsch-Amerikanerin und fühlt sich mit unserer Gemeinschaft verbunden.

Ein Höhepunkt dieser großen Veranstaltung war wiederum die Wahl der neuen Miss Gottschee. Christiane Kikel, Miss Gottschee 2002, legte ihr amt nieder und bedankte sich für das ihr im abgelaufenen Jahr entgegengebrachte Vertrauen. Sie sei stolz gewesen, unsere Gemeinschft als Miss Gottschee 2002 vertreten zu haben.

Die sodann erfolgte Wahl zur Miss Gottschee 2003 wurde von Elizabeth Petschauer und Heidi Matzelle, zwei hübschen Gottscheerinnen, geleitet. Nach Durchzählung der Stimmen stand fest: Zur Miss Gottschee 2003 wurde Jeanette Morscher gewählt. Ihre Wahl wurde von den Teilnehmern mit Applaus bedacht. "Dieser Titel ist für mich eine Auszeichnung, ich werde die Gott- scheer Tradition fortführen und für unsere Gemeinschaft arbeiten. Das Gottscheer Erbe soll für weitere Generationien bewahrt werden", sagte die frischgebackene Miss Gottschee 2003 unter anderem. Diese Worte können nur unterstrichen werden; sie sind aus dem Herzen jedes Gottscheers gesagt. Daß dies unsere Jugend besonders betont, macht uns mutig.

Natürlich durfte beim Gottscheer Volksfest das leibliche Wohl nicht zu. kurz kommen. Die Besucher haben sich am traditionellen Ochsenstand gerne bedient. Es gab herrliches Roastbeef und Köstlichkeiten bei anderen Ständen. Wie jedes Jahr hatte auch heuer das Volksfest den Besuchern etwas kulinarisch Neues zu bieten. Es gab zum er- sten Mal köstliche heimische Bratwürste und Kartoffelsalat. Bei geselligem Beisammensein, wobei die Besucher wieder viele Erlebnisse austauschten, weilte man natürlich in Gesprächen auch in der alten Heimat. Wenn man sich nicht allzuoft begegnet, hat man auch das Bedürfnis, seine Freuden, Erlebnisse, aber auch seine Sorgen dem Nachbarn von einst mitzuteilen. Auch das ist Heimaterleben.

Trotz des ungünstigen Wetters haben sich unsere Landsleute gut unterhalten. Sie waren ja auch nicht allein, sondern unter Verwandten, Freunden und Be- kannten. Die Musik machte auch mit, wobei Sonja Parthes bezaubernde Stimme alle erfreute. Das Fest ging erst in den späten Abendstunden zu Ende. Man hörte Zurufe wie "Bleibt's gesund...", "Wir se- hen uns nächstes Jahr wieder..." oder einfach nur "Auf Wiedersehen". Ein schönes Fest, das die Zusammengehörigkeit unserer Gemeinschaft in New York besonders unterstrich. Wir gratulieren den Veranstaltern zur schönen Feier. Diese Begegnung gehört schon zur Tradition und ist ein fixer Bestandteil im Leben unserer Gottscheer in NewYork.

 

 

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