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G. Ossimitz: Didaktik der Systemdynamik, systemisches Denken |
Systemdynamik (system dynamics) ist eine von J. Forrester um 1960 am Massachussetts Institute of Technology entwickelte Methode zur Beschreibung, Modellierung und Simulation dynamischer Systeme. Tragende Säulen der systemdynamischen Methode sind:
Die Gruppe um Forrester entwickelte bereits Ende der 50er Jahre die Simulationssprache DYNAMO, aus der eine Vielzahl modernerer Simulationssprachen und Simulationssoftwareprodukte hervorgingen. Moderne Simulationssoftwareprodukte erlauben das Design von Systemmodellen in einer graphischen Form. Dabei hat sich Darstellungsform in Flussdiagrammen weitestgehend durchgesetzt.
"Industrial Dynamics" war das erste große mit der system-dynamics-Methode modellierte und 1961 von Forrester publizierte Thema. Anfang der 70er Jahre wurde die System-Dynamics-Methode durch Weltmodelle von Meadows et. al. zu den "Grenzen des Wachstums" (für den Club of Rome) international bekannt. Heute gewinnt die systemdynamische Methode beim Management komplexer Wirtschaftsangelegenheiten sowie auch als Vehikel zur Vermittlung venetzten, systemischen Denkens zunehmend an Bedeutung. Vielerorts wird die Hoffnung gehegt, dass die Beschäftigung mit systemdynamischen Modellen bei Schülern eine neue, vernetzte Art des Denkens entwickeln helfen könnte.
Die Didaktik der Systemdynamik beschäftigt sich mit Fragen im Zusammenhang mit der Modellierung und Simulation dynamischer Systeme aus verschiedensten Sachbereichen mit der Systemdynamik-Methode und den zugrundeliegenden Denk- und Lernprozessen.
"Vernetztes Denken" (oder "systemisches Denken, systems thinking") ist ein
sehr modernes Schlagwort - aber was verbirgt sich dahinter? Ich habe versucht,
im Rahmen meiner wissenschaftlichen Arbeit zur Didaktik der Systemdynamik
mich zu dieser Frage sowohl empirisch als auch theoretisch zu nähern.
In den zwei Projekten "Systemdynamiksoftware im Unterricht" und
"Entwicklung vernetzen Denkens" habe ich
versucht, die Entwicklung systemischer Denk- und Darstellungskompetenzen
bei Schülern zu beobachten und gewisse Lernfortschritte nachzuweisen.
Auf der theoretischen Ebene habe ich dem Paper
"Systemisches Denken und Modellbilden" eine
Definition des Begriffes "Systemisches
Denken" gegeben, die folgende vier Dimensionen systemischen Denkens
umfasst:
- ein Denken in Modellen
- ein Denken in vernetzten Strukturen
- ein Denken in dynamischen Zeitgestalten
- die Fähigkeit zur praktischen Steuerung von Systemmodellen.
Der System-Dynamics-Ansatz wurde im wesentlichen von der Simulationssprache DYNAMO, die bereits Ende der 50er Jahre am Massachussetts Institute of Technology (MIT) in einer Gruppe um Jay Forrester entwickelt wurde, mitgetragen. DYNAMO ist eine spezielle Programmiersprache, in der Systemmodelle in Gleichungsform eingegeben und compiliert werden können. Ein für den Schulgebrauch geeigneter Abkömmling ist VU-DYNAMO, (Download hier!) ein Shareware-Produkt von P.v.Blokland, das unter MS-DOS in sehr bequemer Form die Leistungsfähigkeit von DYNAMO auf PC-Ebene bereitstellt. Seit 1984 setzen sich grafisch orientierte Simulationsprogramme, bei denen die Systemmodelle direkt als Flussdiagramme entwickelt werden, durch. Die folgende Liste umfasst durchwegs Produkte dieser Kategorie:
Viele einfachere systemdynamische Modelle können auch mit einem Tabellenkalkulationsprogramm berechnet werden.