G. Ossimitz (gem. m. Winkelmann):
LV 310.508 PS Ausg. Kap. der Schulmathematik II
(Didaktik der Systemdynamik)
(Planungsstand März 1997)
TERMINE UND THEMEN:
| 11.3.97 10-12 |
- EF in die Didaktik der Systemdynamik, Modellbilden, das
Lehrplankapitel "Untersuchung vernetzter Systeme", Systemisches
Denken, Darstellungsformen.
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15.3.97 8-13
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- Wirkungsdiagramme: qualitative Analyse von Systemmodellen,
Rückkoppelungskreise; wie erstellt
man Wirkungsdiagramme? Probleme und Grenzen der Wi-Diag-Darstellung.
- Flussdiagramme: Bestands- und Flussgrößen. Kapitalverzinsung, Bevölkerungsentwicklung u.a.
- Numerische Simulation von Flussmodellen.
- Systemdynamische Grundmodelle: lin., expon. und
logistisches Wachstum.
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18.3. 10-12 |
- Einführung in die Modellierung mit Dynasys (i-125 / z-123)
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18.3.97, 14-16 |
- Modellierung mit Dynasys: Praktikum im z-123
- Vorbesprechung zu den PS-Themen.
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19.3.97 , 8-13
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- Mathematischer Hintergrund: Beschreibung von Änderungsverhalten
durch Diff-Gleichungen.
- Vergabe der PS-Themen, Fortsetzung der Modellierung mit Dynasys
- Systemdynamik im Unterricht:
Unterrichtsgestaltung, Projektunterricht, Softwarewahl, qualitative vs. quantitative Modellierung usw.
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15.4. 10-12
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Zwischenberichte zu den PS-Themen |
| 27.5. 10-12
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Abgabe der schriftlichen Arbeiten (Erstfassung)
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| Juni 97 |
Schlusspräsentation aller PS-Themen |
Resümee des Proseminars
"Ausgewählte Kapitel der Schulmathematik II
(Didaktik der Systemdynamik)"
(Ergebnissstand September 1997)
Ziele des Proseminars
Ich wollte in dem Proseminar drei große Ziele erreichen:
- Die Studierenden sollten in die Grundgedanken der systemdynamischen Modelliermethode
und der dahinterliegenden systemischen Modellier- und Betrachtungsweise kennenlernen.
Die relevanten Unterlagen sollten auch über Internet angeboten werden, so daß die
Lehrveranstaltung auch als "Online-Kurs" absolviert werden kann.
- Die Studierenden sollten ein überschaubares Thema aus dem Gesamtkomplex (mit recht
großer Wahlfreiheit beim Thema) auswählen und einzeln oder zu zweit als Proseminar-Arbeit bearbeiten.
- Die Proseminar-Arbeiten sollten zur Dokumentation der studentischen Leistungen ins
Internet gestellt werden. Ich habe mir von dieser Option einen zusätzlichen
Motivationsschub für die Studierenden erwartet.
Zeitlicher Ablauf
Der Verlauf der Lehrveranstaltung war von einer wesentlichen äußeren Randbedingung
geprägt: Ich mußte Anfang April 1997 zu einer Knochenmarkstransplantation nach Wien.
Damit war abschätzbar, dass ich bestenfalls im Juni eine sporadische Beratungstätigkeit wieder
aufnehmen würde können. Durch die kompetente Vertretung von Prof. Winkelmann für die
Zeit meiner Abwesenheit war dieses Problem jedoch für die Studierenden ganz wesentlich
entschärft.
Das erste Ziel "Vermittlung der systemdynamischen Grundideen" wurde im März 1997 (vor
Ostern) in einem recht intensiven Kurs über ca. 5 Halbtage zu erreichen versucht. Der Stil war
vorwiegend vorlesungsartig, abgesehen von einigen kürzeren praktischen Phasen, in denen
sich die Studierenden mit einfachen (schon vorbereiteten) systemdynamischen Modellen in
DYNASYS spielen konnten, um ein Gefühl für systemdynamische Simulation am Computer
zu erhalten. Gegen Ende dieser Phase wurden die Proseminarthemen vergeben. Mit jedem der
Studenten habe ich in einem persönlichen Gespräch von ca. 10 - 30 Minuten besprochen, wie
das Thema ausgestaltet werden könnte, wo es Literatur gibt und welche
Schwerpunktsetzungen innerhalb des Themas mir erfolgversprechend erscheinen.
Beim nächsten LV-Termin Mitte April sollten Zwischenergebnisse vorgestellt und Probleme
diskutiert werden, bis ca. Mitte Mai sollten beurteilungsfertige Versionen der PS-Arbeiten
vorgelegt werden, damit Ende Mai eine Schlusspäsentation endgültigen Arbeiten erfolgen
kann. Im Juni sollten die Texte der Studenten in HTML umgesetzt werden. (Ich wollte nicht
alle Studierenden verpflichten, HTML zu lernen. Sie waren nur angehalten, ihre Endversionen
möglichst HTML-nahe zu halten, damit sie elektronisch von einer Studentin in HTML
eingelesen und übersetzt werden können.
Der erste Zwischentermin Mitte April verlief ziemlich enttäuschend. Die meisten Studenten
kamen - wenn überhaupt - mit leeren Händen und großen Unsicherheiten, wie sie ihr Thema
"angehen" sollten. Viele brauchten (oder wollten wenigstens) eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was sie denn tun sollten. Dies führte zu einer intensiven Beratungstätigkeit von
Herrn Prof. Winkelmann, die inhaltlich z.T. in eine etwas andere Richtung ging als meine
Ratschläge direkt bei der Themenvergabe. (Dr. Winkelmann war bei den ersten Gesprächen
nicht dabei). Für die Studenten brachten diese teilweise auftretenden Inhomogenitäten
vermutlich eine noch größere Unsicherheit.
Ab Anfang Mai kämpften die Studenten hauptsächlich um "Fristerstreckung". Die bis Mitte
Mai fertiggestellten Vorversionen der Proseminararbeiten entsprachen im wesentlichen dem,
was wir bereits für Mitte April erwartet hatten. Mit fast allen Studierenden konnte ich im Mai
jeweils ca. einstündige Gespräche zu ihren bis dahin vorliegenden Arbeiten führen, um die
gröbsten Mängel aufzuzeigen. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass eigentlich
nur eine einzige der Arbeiten qualitativ ausreichend gut werden würde, um sie ins Internet zu
stellen. Für die anderen Arbeiten hätte sich die Mühe der HTML-Umsetzung nicht gelohnt -
und letztendlich wollten wir als LV-Leiter uns nicht mit formal mangelhaften und inhaltlich
z.T. ziemlich fehlerbehafteten Texten vor einer internationalen Community blamieren.
Die Schlusspräsentation Ende Mai konnte (musste) ausfallen, weil es bis dahin nichts Präsentationswürdiges gab. Als Abgabeschluß für die schriftlichen Proseminar-Arbeiten wurde Ende
Juni festgelegt - und nach lautem Jammern einiger besonders vielseitig beschäftigter
Studierender wurde sogar dieser Termin schlussendlich noch bis 10. Juli 1997 erstreckt.
Arbeiten der Studierenden
Die Studierenden konnten sich ihre Proseminar-Arbeiten aus einer breiten Palette von
Vorschlägen selbst wählen. Das Spektrum der gewählten Themen variierte sehr weit. Z.T.
wurden auch recht anspruchsvolle Themen gewählt, denen sich die Studierenden nur zum Teil
als gewachsen erwiesen. Rückblickend hat sich die große Wahlfreiheit bei der Themenwahl
nicht bewährt, weil ca. die Hälfte der Studenten die Schwierigkeiten der von ihnen gewählten
Themen trotz ausführlicher individueller Aufklärungsgespräche vor der Themenvergabe
deutlich unterschätzt haben.
Meine Erfahrungen aus der Lehrveranstaltung
Ich war von den Resultaten des Proseminsars ziemlich ernüchtert. Ursprünglich hatte ich
erwartet, dass die Option einer Internet-Publikation ein besonderes Interesse bei den Studierenden wecken würde und dass damit ein zusätzlicher Motivationsfaktor besteht. Dem war
leider nicht so. Es schien mehr, als würden die Studenten in erster Linie die Lehrveranstaltung
mit möglichst wenig Aufwand absolvieren wollen. Der Bedarf nach einer engen Anleitung
erwies sich als viel höher als ich mir das vor der Lehrveranstaltung vermutet hätte. In einem
künftigen Proseminar würde ich die Zügel wesentlich straffer anziehen und auch während des
laufenden Semesters schärfere Leistungskontrollen einbauen, um einen entsprechenden
Lernfortschritt zu sichern. Auch bei der Vergabe der Proseminar-Themen würde ich das
Spektrum weniger weit öffnen und enger auf schulische Anwendungen beschränken.
Eine Proseminar-Arbeit im Web
W. Augustin / P. Ischep (1997): Das Lehrplankapitel
"Untersuchung vernetzter Systeme" in
verschiedenen österreichischen Mathematik-Schulbüchern. HTML-Umsetzung: H. Droneberger.
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