Rollstuhltraining
Mit in Kraft treten des
Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes
zu Jahresbeginn 2006 sollte
Barrierefreiheit – zumindest für
Neu- und Umbauten –
verpflichtend werden. Dadurch
sollte künftig größeres
Augenmerk auf Barrierefreiheit
gelegt werden. Trotzdem wird für
die Mobilität behinderter
Menschen weiterhin entscheidend
sein, wie diese mit dem Handling
ihrer Hilfsmittel zu Recht
kommen.
Insbesondere denke ich dabei an
den Umgang mit Rollstühlen.
Kleinere Stufen und Unebenheiten
werden ständige Begleiter von
Menschen im Rollstuhl bleiben.
Mit seinem Rollstuhl gut umgehen
zu können, ist ein Garant dafür,
wenigstens über manche Barrieren
lächeln zu können.
Glücklich
schätzen können sich Menschen,
die nach einem Unfall – egal ob
Freizeit- oder Arbeitsunfall –
in einem Rehabilitationszentrum
in lebenspraktische Techniken
eingeführt werden, Personen
also, die von Ergo- und
Physiotherapeutinnen und –therapeuten
den Alltag erleichternde
Handgriffe und den richtigen
Umgang mit diversen Hilfsmitteln
erklärt und gelernt bekommen.
Schlechter
dran sind da Menschen, die
bereits von Kindheit an mit
Behinderungen leben oder aber
auf Grund einer Erkrankung
zu einer Behinderung gelangen.
Ihnen sind teure Aufenthalte in
Rehabilitationszentren und/oder
Therapien vielfach nicht
zugänglich.
Für viele dieser Menschen wäre
es nicht schwer, zu erlernen,
wie man seinen Rollstuhl kurz
auf den Hinterrädern aufkippt,
um auch über eine mehr als drei
Zentimeter hohe Stufe zu kommen.
Leider werden ihnen diese
Angebote jedoch nicht bzw. nur
unter schwierigsten Bedingungen
bezahlt, und leider gibt es auch
nur an den wenigsten
Therapiestätten geeignete
Trainerinnen und Trainer für
Rollstuhltechnik.
Ernst Kočnik
25. September 2005