Stolperstein "öffentlicher
Verkehr"
In Zeiten
steigender
Mobilitätsanforderungen, sowie
versuchter vermehrter
Bewusstseinsschaffung im
Hinblick auf die Integration
behinderter Menschen, werden
auch so manche Stolpersteine
erst neu erschaffen bzw. lange
Zeit ignoriert.
Klagenfurt:
Ich spreche
hier von dem im August 2005(!!!)
neu eingeführten
Fahrscheinsystem der Stadtwerke
Klagenfurt. Die Stw-Kundenkarte
ersetzt die alten Magnetkarten
und somit wurden auch neue
Entwerter errichtet. Der
Fahrpreis für die gewählte
Fahrstrecke muss an einem
Entwerter mit einer
Touchscreen-Oberfläche abgebucht
werden. Dieser Entwerter verfügt
über ein Display, welches nicht
gerade kontrastreich gestaltet
ist, und auch am Gehäuse sind
keinerlei tastbare Erhebungen
vorhanden. Nicht nur
sehbehinderte und blinde
Personen sind nun nicht mehr in
der Lage selbstständig ihren
Fahrschein zu entwerten, auch
viele ältere, betagte Menschen
sehen sich mit einem Problem
konfrontiert, das es bis jetzt
nicht gegeben hat.
Meiner
Meinung nach werden hier, aller
Integrations-Diskussionen zum
Trotz, Barrieren erst
geschaffen.
Villach:
Der
Busbahnhof in der Draustadt
hingegen, stellt für mich schon
seit Jahren die gleiche Barriere
für sehbehinderte und blinde
Menschen dar. Die Busse des
Stadtverkehrs haben, wohl aus
Platzmangel, keine fixen
Standplätze. Ein sehbehinderter
oder blinder Fahrgast kann nur
erahnen, wo sich der für ihn
richtige Linienbus befindet. In
den meisten Fällen ist man immer
wieder auf fremde Hilfe
angewiesen. Es ist unumgänglich
Passanten und
Passantinnen
anzusprechen, in der Hoffnung
die richtige Auskunft zu
erhalten.
Ich wünsche
mir sehr, dass bei baulichen
Veränderungen oder Neuschaffung
solcher Anlagen auch auf die
Bedürfnisse und Anforderungen
aller beeinträchtigten
Personengruppen eingegangen
wird.
Mara Schellander
11. September
2005