Die
ständige Suche nach einem
passenden Klo
Stellen
Sie sich vor, Sie sind
unterwegs, müssen plötzlich
einem dringenden Bedürfnis
nachgehen und finden keine
zugängliche Toilette.
Schreckliche Vorstellung, oder?
Alltag für Menschen mit
Behinderungen! Für diese sind
Toiletten sehr häufig nicht
zugänglich, und selbst wenn sie
es sind, ist dies
noch lange
kein Garant für eine zufriedenstellende Benutzbarkeit
derselben. Die Reise-, Einkaufs-
oder was auch immer Route muss
detailliert geplant sein, um
trotz gut trainierter Blase und
verlässlich geschultem Mastdarm
vor unliebsamen Überraschungen
sicher zu sein.
Im
Rahmen des 2003 vom BMKz
durchgeführten Projektes „Fokus
Locus – Der Report vom Stillen
Ort“ wurden 15
Behindertentoiletten der
Landeshauptstadt Klagenfurt
durchwegs von RollstuhlfahrerInnen genauer in
Augenschein genommen und auf
ihre Tauglichkeit und
Benutzerfreundlichkeit hin
geprüft.
Die
Ergebnisse dieses vermutlich auf
ganz Mitteleuropa umlegbaren
Klo-Reports wurden in
Form einer Fotoausstellung im
Mai 2003 im Rahmen der Tagung
"Mitdenken - Mitreden -
Mitwirken. Politische Bildung
mit allen und für alle Menschen"
in Straubing (D) präsentiert.
Für
die 100.000
Einwohner zählende Kärntner
Landeshauptstadt sind
diese
nicht sehr
schmeichelhaft.
Klagenfurt ist nicht ausreichend
mit Behinderten-WC´s bestückt
und die vorhandenen Toiletten
weisen Mängel auf, insbesondere
die
Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit
ist mangelhaft.
Auffällig ist, dass
Behindertentoiletten häufig zu
Rumpelkammern und MitarbeiterInnen-Klos
umfunktioniert werden. Manch
einer/einem ist die
Sinnhaftigkeit von
Behindertentoiletten nicht
bewusst.
Bei vielen
Behinderten-WC´s ist auch
festzustellen, dass zwar die
Raumgröße genügend Aktionsradius
für RollstuhlfahrerInnen bietet,
jedoch die Anordnung der
WC-Schale nicht entspricht. Sehr
häufig sind Stützklappgriffe,
Spülerauslöser, Handtuch- und
Seifenspender oder Papierhalter
derart ungünstig positioniert,
dass eine Benützung schier
unmöglich ist. Zudem ist
festzuhalten, dass auf Maßnahmen
für sehbehinderte und blinde
Menschen zumeist vergessen wird.
Um
eine Diskriminierung behinderter
Menschen auszuschließen, ist es
notwendig, sämtliche öffentlich
zugänglichen WC-Anlagen
barrierefrei zu gestalten.
26.
Dezember 2004
Karin Hörhan / Herbert Kaiser /
Ernst Kočnik
/ Georg Unterrainer