Risiko Arbeit
Meine Tochter ist 26 Jahre alt
und hat die Sonderschule
absolviert. Berufsausbildung
hat sie keine, da es ihr
aufgrund psychischer Probleme
nicht möglich war / ist, sich
länger zu konzentrieren. Ich
habe aber das Gefühl, dass sie
- wenn sie dauernd zu Hause
ist - nicht wirklich am Leben
teilnimmt, obwohl ich mir als
Mutter auch Sorgen machen
würde, wenn sie arbeiten
würde. So habe ich mich dazu
durchgerungen, sie zu
animieren, es doch einmal zu
versuchen. Das war nicht
einfach für mich, ich habe mit
mir gekämpft. Und jetzt, wo
ich soweit bin, dass ich sie
unterstützen will, muss ich
von folgendem Stolperstein
erfahren: Der Bezug
der erhöhten Familienbeihilfe
(der für uns existenziell ist)
entfällt, wenn der / die
Betroffene sich einmal selbst
erhalten hat, dann bekommt man
diese angeblich nicht mehr,
auch wenn man dann vielleicht
wieder arbeitsunfähig wird
oder sich herausstellt, dass
man es einfach nicht geschafft
hat.
Auch wenn es bei meiner
Tochter eher unwahrscheinlich
ist, dass sie sich überhaupt
einmal zur Gänze erhalten
kann, so finde ich diese
Bestimmung allgemein als einen
wirklichen Stolperstein für
Menschen, die es versuchen
wollen. Mit dem Wissen, dass
man dann die Familienbeihilfe
für immer verliert, traut man
sich vielleicht nicht, etwas
in Angriff zu nehmen, von dem
man selber nicht genau weiß,
wie es ausgeht und vielleicht
sogar Angst davor hat. Ich
finde, man sollte diesen
Stolperstein, der die
berufliche Integration
betrifft, schnell aus dem Weg
räumen!
Ich werde meine Tochter auf
jeden Fall weiter
unterstützen, denn irgendwie
ist jetzt mein Kampfgeist
erwacht!
Eine verunsicherte Mutter
17. Juli 2005